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Auf den Spuren des Ersten Welkriegs

Exkursion der 9d und 10d zum Hartmannswillerkopf

 Von Marlene Schmidt, 10d

 

Mit dem Reisebus machten sich die 10D und 9D am 5. Oktober 2022 gegen acht Uhr auf den Weg zum Hartmannswilerkopf, einer Bergkuppe in den Südvogesen, die aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage im Ersten Weltkrieg von Deutschen und Franzosen bitter umkämpft wurde. Heute sind noch kilometerlange Schützengräben und Unterstände erhalten.

Trotz der bevorstehenden Besichtigung des sogenannten „Berg des Todes“ war die Stimmung im Bus sehr gut. Die 10D saß in der Mitte, die 9D hinten und Frau Pischinger, Herr de Both, Frau Reichenbach und Allison saßen als Lehrkräfte natürlich ganz vorne.

Zuerst besichtigten wir das französische Nationaldenkmal sowie den riesigen Friedhof, auf dem mehr Kreuze waren, als ich zu zählen vermochte. Ein Teil des Denkmals, die Krypta, lag unter der Erde und die Stufen, die wir hinabgingen, waren in ein helles Blau getaucht, da sie beleuchtet waren. Der andere Teil war der Vaterlandsaltar auf einer großen Plattform über der Erde. Dieser Teil war wohl der Uninteressanteste für die meisten Schüler im Vergleich zum sehr modernen und ansprechenden Museum, in welches wir kurze Zeit später eintraten.

Im Museum waren Informationsschilder mit Bildern sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch und Englisch vorhanden. Ausgestellte Uniformen machten das Ganze sehr viel anschaulicher und ein Bereich mit Filmen passend zum Ersten Weltkrieg schufen einen Bezug zur heutigen Welt. Auszüge aus Tagebüchern von Soldaten waren zu lesen und so konnte man sich in deren Leben hineinversetzen. Ein Film zu Beginn veranschaulichte, wie es zum Ersten Weltkrieg kommen konnte. Das Besondere an diesem Museum und der ganzen Anlage ist, dass beides von Franzosen und Deutschen zusammen gestaltet wurde. Dies ist nicht sehr oft der Fall. Meistens ist ein solches Museum nur von einer Seite gestaltet. Das macht die ganze Anlage einzigartig und besonders.

Nach einer kurzen Mittagspause, in der sämtliche Éclairs und Zuckerbrezeln im Kiosk der Anlage leergekauft wurden, trafen wir unseren Guide durch die Schützengräben, Herr Lenhardt und seinem kleinen Hund (Sam), der vorher schon die 9D über die Bergkuppe des Hartmannswilerkopfs geführt hatte.

Herr Lenhardt führte uns in einem, nach einiger Zeit, doch recht strammen Tempo durch die Schützengräben und Laufgräben. Wir waren nämlich nur zwei Stunden unterwegs, obwohl seine Touren normalerweise einen Umfang von zweieinhalb bis fünf Stunden haben. Immer wieder hielt der Guide an und, während alle verschnauften, erzählte er uns von Schießscharten und Angriffsstrategien. Doch am interessantesten waren die Geschichten, die er „kleine Geschichten“ nannte. Dies waren die Erzählungen über die Menschen, die in diesem Krieg leben und kämpfen mussten. Nicht über irgendwelche Heldentaten oder darüber, wie gut sie doch gekämpft hatten. Nein, es waren Geschichten von Menschen, die überleben wollten, und ihre Feinde nicht nur verschonten, wann immer kein Angriff ausgerufen war, sondern sogar mit ihnen handelten. Von Wein bis zu kleinen Metallstückchen wurde alles von einem Schützengraben zum anderen geworfen. In den schmalen, beengenden Gräben zu laufen war anfangs beängstigend. Dass in diesen engen Gräben, in denen es kein Entkommen gab, viele Menschen gestorben waren und etliche andere so unfassbar viel Angst gehabt hatten, drückte die Stimmung, aber diese lockerte sich auf, wenn der Guide uns Tipps zu Französischvokabeln oder Deutschvideos gab.

 

Der Reisebus mitsamt der beiden Klassen kam um 16.45Uhr wieder heil und voll von neu erlangtem Wissen am Scheffel an. Die Exkursion hatte sich wirklich gelohnt und war die lange Busfahrt wert.

Ein großes Dankeschön geht hier an den Förderverein, der diese großartige Exkursion erst ermöglicht hat.

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