Praktische Mathematik trifft Berufsorientierung

Die Anwendung theoretischer Lerninhalte in der beruflichen Praxis bildet einen wichtigen Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. In Kooperation mit dem Amt für Vermessung & Flurneuordnung des Landratsamtes fand am 14. April 2026 ein Projekttag für die neunte Klassenstufe statt. Ziel der Veranstaltung war es, mathematische Konzepte des Unterrichts direkt auf dem Schulgelände praktisch zu erproben.

Eine Schülerin des Scheffel-Gymnasium Lahr entdeckt die Geodäsie

Von der Theorie zur Anwendung

An drei Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie Trigonometrie und Geometrie den Alltag vermessungstechnischer Berufe bestimmen. Die Aufgaben waren dabei eng mit dem aktuellen Lehrplan verzahnt:

  • Indirekte Entfernungsmessung: Unter Einsatz moderner Tachymeter wurde die Entfernung bei einer Wurfübung bestimmt. Hierbei kam der Cosinus-Satz zur Anwendung, wie er auch bei professionellen Sportwettbewerben zur Distanzmessung genutzt wird.
  • Höhenberechnung: Mithilfe von Bandmaß und der Winkelmessung eines Theodolits ermittelten die Lernenden die Höhe des Schulgebäudes. Zur Berechnung der vertikalen Dreiecke wurde die Tangens-Funktion genutzt.
  • Lagevermessung: Die Einmessung der schuleigenen Container-Klassenzimmer erfolgte über das Einbinde- und Orthogonalverfahren, wobei die erhobenen Daten anschließend in eine Karte übertragen wurden.

Berufsorientierung als Schwerpunkt

Neben der fachlichen Vertiefung bot der Tag Einblicke in die Ausbildungsmöglichkeiten beim Landratsamt, etwa zum Vermessungstechniker oder im gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst. Organisationsleiter Timo Nopper und sein Kollege Matthias Rohrer begleiteten die Übungen und zeigten die beruflichen Perspektiven auf, die eine mathematische Qualifikation eröffnet.

Schulleiterin Antje Bohnsack unterstreicht die Bedeutung solcher Kooperationen für die Ausbildung:

„Die Kombination aus einer soliden mathematischen Grundbildung und einer frühzeitigen Berufsorientierung ist entscheidend, um unseren Schülerinnen und Schülern Sicherheit für ihre berufliche Zukunft zu geben. Nur wer versteht, wofür er lernt, kann seine Talente zielgerichtet einsetzen.“

Auch Timo Nopper, Organisationsleiter der Schulaktion war überzeugt:

„Als Ausbildungsbetrieb für Vermessungstechniker und für den gehobenen und höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst wollen wir auf unseren tollen Beruf aufmerksam und für unser Amt Werbung machen. Es zeigt sich hier eindrücklich, wie gut solche Kooperationen ankommen, auch bei den Schülerinnen und Schülern.“

Die positive Resonanz der Schülerschaft sowie der Lehrkräfte bestätigt unser Vorhaben, die Verbindung zwischen schulischem Lernen und beruflicher Realität auch künftig durch praxisnahe Projekte zu stärken.

Hintergrund der gemeinsamen Aktion

„Geodätinnen und Geodäten sind gefragte Ansprechpartner – nicht nur bei der klassischen Vermessung und bei Grenzfestlegungen werden sie gebraucht, sondern auch beim Flächenmanagement, bei Stadtplanung und Stadtentwicklung, in Industrie und Technik, in der Navigation und Mobilität bis hin zur Vernetzung von Daten“, sagt Ansgar Jäger, Leiter des Amts Vermessung & Flurneuordnung beim Landratsamt Ortenaukreis. „Mit den landesweiten Aktionen soll deutlich gemacht werden, dass Geodäsie für Zukunftsfragen wie Energiewende oder Digitalisierung unverzichtbar ist. Wir freuen uns, wenn wir vor allem bei Schülern die Neugierde auf Geodäsie wecken. Wer selbst erlebt, was man mit den Fächern Mathematik, Physik und Technik in der Welt alles machen kann, der hat auch Spaß daran.“

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