Digitale Brücken bauen: Wenn Schüler zu Lehrern werden

Smartphones gehören für die meisten Jugendlichen ganz selbstverständlich zum Alltag – doch für viele ältere Menschen und Technikeinsteiger wirft die digitale Welt oft Fragen auf. Um hier zu unterstützen, hat die Schülergenossenschaft des Scheffel-Gymnasiums auch in diesem Jahr wieder einen maßgeschneiderten Smartphone-Kurs angeboten. An zwei Nachmittagen öffnete die Schule ihre Türen für 13 motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In jeweils 1,5-stündigen Einheiten nahmen sich die Schülerinnen und Schüler viel Zeit, um den Gästen im persönlichen Austausch die Berührungsängste vor der Technik zu nehmen.

Die behandelten Themen orientierten sich dabei ganz flexibel an den Bedürfnissen der Gäste. Während sich die Anfänger mit den grundlegenden Funktionen des Geräts vertraut machten – vom sicheren Umgang mit dem WLAN über das Einspeichern von Kontakten bis hin zum ersten Foto –, ging es für die Fortgeschrittenen schon tiefer in die Materie. Hier lernten die Teilnehmenden, wie man Messengerdienste für Sprachnachrichten und Videoanrufe nutzt, Bilder bearbeitet, den Stromsparmodus aktiviert oder sogar das Online-Banking freischaltet.

Für das Scheffel-Gymnasium ist dieses Projekt weit mehr als nur ein Computerkurs. Es zeigt, wie wertvoll gelebte Gemeinschaft über Altersgrenzen hinweg sein kann.

„Von diesen Kursen profitieren beide Seiten enorm“, betont Philipp Freykowski, stellvertretender Schulleiter des Scheffel-Gymnasiums und betreuender Lehrer der Genossenschaft. „Zum einen erwirtschaftet die Genossenschaft im Sinne ihrer demokratischen und nachhaltigen Arbeit Geld für die Schulgemeinschaft. Zum anderen stärkt das Projekt bei unseren Schülerinnen und Schülern wichtige soziale Kompetenzen. Sie gewinnen an Selbstbewusstsein, lernen, komplexe Inhalte verständlich zu erklären und empathisch auf die individuellen Bedürfnisse anderer Menschen einzugehen. Gleichzeitig wird der generationelle Zusammenhalt gestärkt: Ältere Menschen erhalten geduldige Unterstützung auf Augenhöhe, um die moderne Technik sicher im Alltag zu nutzen, während die Jugend erfährt, wie bereichernd es ist, das eigene Wissen weiterzugeben.“

Dieser lebendige Austausch zwischen Jung und Alt sorgt nicht nur für digitale Barrierefreiheit, sondern baut auch Vorurteile ab. Die Jugendlichen schulen ihre Geduld und Perspektivenübernahme, während die Senioren die Vitalität und Hilfsbereitschaft der jüngeren Generation miterleben dürfen. Oft entstehen aus den Kursen langfristige Kontakte zwischen Schüler:innen und Senior:innen.

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