Vorfreude und auch ein wenig Anspannung vor dem ersten Treffen mit den Austauschpartner:innen lagen in der Luft, als am Samstag, den 13. Juni, die 37-köpfige Schüler:innengruppe der Watertown-Mayer High School aus Watertown, Minnesota, in Lahr eintraf. Bereits im 22. Jahr und im bewährten Zweijahresrhythmus fand der traditionsreiche Schüleraustausch statt. Unterstützt durch das German American Partnership Program (GAPP) des Auswärtigen Amts wurde den amerikanischen Jugendlichen und ihren deutschen Gastgebern ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Ein besonderes Highlight für das Kennenlernen und den Gemeinschaftsgeist ließ nicht lange auf sich warten: Gleich zu Beginn des Austauschs stand das gemeinsame Public Viewing der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Plan. Beim 7:1-Sieg Deutschlands über Curaçao gab es viel zu Jubeln und die amerikanischen Gäste feierten begeistert mit ihren Gastfamilien.
In den darauffolgenden Tagen tauchten die amerikanischen Schülerinnen und Schüler tief in den deutschen Schulalltag ein. Sie besuchten den Unterricht in den Klassenstufen 5 bis 10 und brachten dabei ein Stück ihrer eigenen Heimat mit. In Präsentationen stellten sie den deutschen Klassen das Leben an einer amerikanischen High School vor, gaben Einblicke in den dortigen Schulsport, erklärten aktuellen amerikanischen Slang sowie Jugendsprache und zeigten die landschaftlichen und kulturellen Highlights ihres Heimatbundesstaates Minnesota.

„Ein Schüleraustausch wie dieser ist weit mehr als eine Reise in ein anderes Land. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe, die Vorurteile abbaut und den Jugendlichen zeigt, dass sie trotz unterschiedlicher Herkunft dieselben Träume und Werte teilen. Zu sehen, wie schnell aus Fremden Freunde werden, ist jedes Mal aufs Neue schön“
Eike Hoffmann, betreuende Lehrkraft des Scheffel-Gymnasiums
Neben der Schule kam auch das Kennenlernen der Region und der Wirtschaft nicht zu kurz. Ein herzlicher Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Lahr unterstrich den hohen Stellenwert, den dieser Austausch im städtischen Leben genießt – die Stadt empfing die Gruppe toll. Bei einer anschließenden Stadtrallye erkundeten die Gäste die historischen Ecken von Lahr auf eigene Faust.
Das Ausflugsprogramm führte die amerikanischen Jugendlichen zudem in das malerische Gengenbach sowie über die Landesgrenze hinweg nach Basel in die Schweiz. Ein gemeinsamer Tagesausflug in den Europa-Park in Rust sorgte bei allen Beteiligten für Begeisterung. Einen spannenden Blick hinter die Kulissen der regionalen Wirtschaft bot zudem die Betriebsbesichtigung bei der Firma „Süße Werbung“ in Herbolzheim, bei der die Jugendlichen Einblicke in die Produktion süßer Werbemittel erhielten.
„In einer zunehmend vernetzten Welt ist der direkte, persönliche Austausch unersetzlich. Die Jugendlichen lernen Flexibilität, Empathie und stärken ihr Selbstbewusstsein. GAPP und das Engagement unserer Gastfamilien schaffen hier ein Fundament für transatlantische Freundschaften.“
Julia Dörrie, betreuende Lehrkraft des Scheffel-Gymnasiums

Nach intensiven Tagen in den Gastfamilien, die viel Raum für individuelle Freizeit und persönliche Bindungen ließen, neigte sich der Besuch viel zu schnell dem Ende zu. Am Mittwoch, den 24. Juni, fand der Austausch mit einem großen Abschlussfest seinen feierlichen Ausklang. Die Eltern der deutschen Gastgeber hatten dafür ein reichhaltiges Buffet auf die Beine gestellt. Bei gutem Essen, vielen Gesprächen und auch der einen oder anderen Abschiedsträne wurde die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden Schulen spürbar – getragen von den Organisatoren Eike Hoffmann, Julia Dörrie und Philipp Freykowski auf deutscher Seite sowie Lynn Hendricks auf amerikanischer Seite.
„Gerade in Zeiten, in denen die Weltpolitik von Unruhe und unterschiedlichen Ansichten geprägt ist, zeigt dieser Austausch, wie wichtig das Fundament persönlicher Beziehungen ist. Politische Differenzen rücken in den Hintergrund, wenn Jugendliche miteinander lachen, voneinander lernen und den Alltag teilen. Das beweist, dass echte Freundschaften weit über politische Meinungsverschiedenheiten hinausreichen und dauerhafte Brücken schlagen.“
Philipp Freykowski, stellvertretender Schulleiter und verantwortlich für den USA-Austausch
Ein paar Eindrücke der amerikanischen Austauschschüler:innen lesen Sie hier:






