37 Schülerinnen und Schüler des Scheffel-Gymnasiums Lahr verbrachten drei Wochen in den USA. Beim inzwischen 13. Austausch mit der Partnerschule in Watertown, Minnesota, standen neben dem Kennenlernen eines anderen Landes vor allem persönliche Begegnungen, Sprachpraxis und interkulturelles Lernen im Mittelpunkt.

Wie lebt es sich in einer amerikanischen Familie? Wie unterscheidet sich der Schulalltag in den USA von dem in Deutschland? Und wie gut kommt man eigentlich mit Englisch zurecht, wenn man sich plötzlich in einer ganz anderen Umgebung behaupten muss? Antworten auf diese Fragen erhielten 37 Schülerinnen und Schüler des Scheffel-Gymnasiums Lahr bei ihrem dreiwöchigen USA-Aufenthalt vom 8. bis zum 26. Oktober. Drei Lehrkräfte begleiteten die Gruppe auf der Reise zur langjährigen Partnerschule in Watertown, Minnesota.

Schon der Hinweg bot Gelegenheit, den Blick über den schulischen Alltag hinaus zu richten. Auf Island legte die Gruppe einen Zwischenstopp mit Übernachtung ein. Die beeindruckende Natur der Insel wurde dabei zum außerschulischen Lernort: Plattentektonik, Vulkanismus und Geysire, die im Unterricht häufig nur theoretisch behandelt werden, ließen sich hier unmittelbar erleben.

Vier Tage verbrachten die Jugendlichen anschließend in New York. Auf dem Programm standen Ellis Island und Liberty Island mit der Freiheitsstatue, der Blick vom Rockefeller Center auf der Aussichtsplattform Top of the Rock sowie der Times Square. Bei ausgedehnten Erkundungstouren zu Fuß und einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge erschloss sich die Stadt nicht nur als touristisches Ziel, sondern auch als Lebensraum mit seiner Vielfalt, Geschichte und seinen Gegensätzen.
Der Austausch hat meine Perspektive auf verschiedene Aspekte im Leben verändert. Ich habe mich mit Leuten angefreundet, bei denen ich nicht dachte, dass ich je mit ihnen reden würde und ich habe mich mit meiner Austauschpartnerin sehr gut verstanden, sie war schon wie eine Schwester für mich. Es war echt schwer Abschied zu nehmen und ich werde auf jeden Fall wieder zurückgehen!

Den eigentlichen Kern des Austauschs bildete jedoch der Aufenthalt in Watertown. Die Unterbringung in Gastfamilien machte es möglich, den amerikanischen Alltag aus nächster Nähe kennenzulernen. Hier war Englisch nicht mehr Unterrichtsfach, sondern das selbstverständliche Mittel, um sich zu verständigen, Fragen zu stellen, Freundschaften zu schließen und auch ungewohnte Situationen zu meistern. Gerade diese alltägliche Sprachpraxis stärkt die Sprachkompetenz auf eine Weise, die sich im Klassenzimmer nur bedingt vermitteln lässt.

Auch das amerikanische Schulleben lernten die Jugendlichen kennen. Beim Besuch der Partnerschule erhielten sie Einblicke in Unterricht und Schulorganisation. Besonders spannend war die Gelegenheit, für einen Tag an einer Grundschule selbst in die Rolle einer Assistenzlehrkraft zu schlüpfen. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur das amerikanische Bildungssystem aus einer anderen Perspektive betrachten, sondern auch eigene Erfahrungen und Vorstellungen einbringen.
Dieser Austausch ist nicht einfach eine Reise in die USA. Unsere Schüler:innen kommen reifer und um viele Erfahrungen reicher zurück. Es ist immer wieder toll, sie dabei zu begleiten und dies vor Ort live zu erleben.

Zum Programm gehörten außerdem eine Erkundung Watertowns mit einer Begrüßung durch den Bürgermeister sowie Ausflüge in die Umgebung. In Saint Paul besichtigte die Gruppe das State Capitol, den Sitz des Parlaments von Minnesota. Ein weiterer Programmpunkt war die Mall of America, die größte Shopping-Mall der USA.

Bei aller Vielfalt des Programms ging es während der drei Wochen um mehr als Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele. Wer mehrere Wochen in einer fremden Umgebung lebt, muss sich auf andere Gewohnheiten einstellen, eigene Erwartungen hinterfragen und auf Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen zugehen. Das stärkt Selbstständigkeit und Selbstvertrauen und fördert die Fähigkeit, andere Perspektiven einzunehmen. Interkulturelle Kompetenz entsteht dabei nicht aus Lehrbuchtexten, sondern vor allem im persönlichen Austausch und im gemeinsamen Alltag.
Wie jedes Mal fand auch bei diesem Austausch das traditionelle „Länderspiel“ USA-Deutschland statt. In einer spannenden Partie unterlagen die deutschen Schüler:innen durch ein Tor in der letzten Minute knapp mit 0:1.

Am 26. Oktober kehrte die Gruppe nach Lahr zurück. Im Gepäck waren neben zahlreichen Eindrücken und Erinnerungen auch neue Freundschaften, mehr Sicherheit im Umgang mit der englischen Sprache und Erfahrungen, die weit über den Unterricht hinausreichen. Der 13. USA-Austausch hat damit einmal mehr gezeigt, welchen Wert internationale Begegnungen für die persönliche und schulische Entwicklung junger Menschen haben.

